Das Startrack DH 9.5

Das Startrack DH 9.5

Sicherlich eines der auffälligsten Bikes, die es gibt. Es wirkt extrem in fast allen Punkten. Wenn man den Rahmen sieht, dann fallen als erstes die richtig dicken Rohre des Hauptrahmens auf. Danach die Hinterbauschwinge, die wirkt, als hätte dafür ein massiver Alublock herhalten müssen.

Auf den zweiten Blick, wenn man etwas näher rangeht, merkt man, dass fast alle massig wirkenden Teile von hinten ausgefräst sind.

Ein Leichtgewicht (4,8-5,0kg ohne Dämpfer) ist der Rahmen zwar auch dadurch nicht geworden, aber es ließ sich so mindestens auf ein vernünftiges Maß reduzieren.

Mein eigenes Komplettbike ist wohl das Schwergewicht schlechthin. Ich habe allerdings auch alles verbaut, was schwer und stabil ist. Seien es Diabolus Teile, Code Bremsen und 5050XX Pedalen. Das einzige, das etwas Gewicht spart, ist die Gabel 888 ATA WC. Dennoch zeigt die Waage 21,7kg an, wenn ich es draufstelle.

Ich muss aber zu meinem eigenen Erstaunen sagen, dass sich das Bike trotz des enormen Gewichtes mit den Nokian Marzocchi 2,6 Zoll Reifen sehr leicht fährt und auch bergauf zu bewegen ist.

Zu den technischen Daten:

Material: Aluminium 7005-T6

Lagerung: Radial-Gleitlager und Nadellager

Federweg hinten: 250 mm

Federweg vorne: 180 – 220 mm

 

Oberrohrlänge: 550 mm (S); 600 mm (L)

Kettenstrebe: 445 mm

Radstand: 1169 mm (S); 1220 mm (L)

 

Tretlagerhöhe: 50 mm

Tretlagerbreite: 100 mm

Lenkwinkel: 64,5°

Steuersatzmaß: 1,5″

Sattelstützenmaß: 30,9 mm

Größe: S (16″); L (18″)

 

Aktuell gibt es den Rahmen (4,8kg) mit einem Rock Shox Vivid Dämpfer. Mein eigenes Bike von 2007 ist noch das etwas schwerere 5,0kg mit einem DHX 5.0 Coil Dämpfer.

Den Dämpfer fahre ich mit einer 500×3,25er Feder, ProPedal hat 7-Klicks, die Zugstufe bekommt 12-Klicks, und 130psi in der Botom-out Luftkammer. Die neue 888 von Marzocchi baut etwas flacher als die alten mit den 32mm Standrohren, so dass noch etwas mehr Druck aufs Vorderrad kommt und man im Vergleich zu vorher noch etwas schneller durch die Kurven kommt.

Auf unserem Trail hier vor der Haustür ist es immer wieder erstaunlich, wie leicht ich das Nox über die Sprünge bekomme, weil auf den Wurzelstellen und selbst auf dem Asphalt klebt sowohl der Hinterbau als auch das Vorderrad enorm! Aber sobald es über einen Kicker geht, fliegt das Bike, vielleicht auch gerade wegen seines Gewichts und großen Radstands sehr sicher immer gerade aus und schön weit. In Boppard war es über die zwei langen Sprünge im unteren Teil der Strecke überhaupt kein Problem, die 10-15Meter zu fliegen. Mit dem Kona Stab brauchte ich schon etwas mehr Speed und Mumm fürs Ziehen, um die Sprünge zu schaffen.

Ich würde behaupten, Nox hat hier ein echt tolles DH Bike hingestellt, mit dem man sich bewundernder Blicke darüber sicher sein kann, mit was für einem massigen Gerät man sich da an den Start traut.

Bergauf sollte man sich allerdings immer eines Liftes versichern, denn selbst schieben ist mit mehr als 20kg nicht wirklich das Wahre.

Die Verarbeitung des Rahmen ist eigentlich tadellos, allerdings sollte man sich bei der Lackierung im Klaren sein, dass es sich nur um eine sehr dünne Lackschicht handelt, die sehr empfindlich ist. Wenn man sich für eine Pulverbeschichtung entscheidet, dann achtet darauf, dass sich keine Befestigungs-schrauben der Kettenführung in die Schwinge graben. Leider hatte ich das Pech, dass ich mir damit gleich einen ordentlichen Kratzer in die neue weiße Beschichtung gemacht habe (shit happens).

Mittlerweile ist ein Jahr um und weil jetzt jedes zweite Bike in weiß unterwegs ist habe ich mir gedacht, dass ich mal nach einer neuen Farbe gucke und matt schwarz ist es geworden.