Scott Gambler FR 10

Scott Gambler FR 10

Ich habe mir mal wieder ein Spielzeug gegönnt und dieses Mal einen Freerider von Scott gekauft. Mir gefiel die giftgrüne Farbgebung schon lange sehr gut, mit diesem Rahmen fällt man auf!

Scott gibt als unverbindliche Preisempfehlung  für das Gambler Fr 10 2008 und 2009 jeweils 4300 Euro an. Dafür bekommt man aber auch ordentliche Teile. Es lohnt sich jeweils Ende des Jahres auf die Suche nach einem Komplettbike zu machen, denn dann sind echte Schnäppchen möglich.

Ausgestattet ist das Fr 10 immer wie folgt gewesen:

Gewicht:

19.75 kg / 43.50 lbs

Rahmen:

– Gambler Alloy 7005 hydroformed tubing

– ISCG & ISCG05 tabs

– adj. headtube for 11/8 and 1.5“

– IDS interchangeable Dropout with 12mm thru axle

– 190, 210, 230mm travel

Gabel:

RockShox Totem IS 180mm travel / Motion control, Coil oil, Reb adj, 20mm Maxle

Dämpfer:

Rock Shox Vivid 5.1 coil

Steuersatz:

Syncros Hardcore 1.5″“

Schaltwerk:

SRAM X9 9 Speed medium cage

Bremsen:

Avid Code

Kurbel:

Truvative Holzfeller DH 1.1

E.thirteen Supercharger bashguard

Vorbau:

Truvative Holzfeller OS 1.5 / 0° angle, 55mm ext.

Naben:

Scott Pro 20mm thru axle / Sun Ringle Lawwill 12mm thru axle 150mm wide

Kassette:

SRAM PG-980 11-34 T

Felgen:

Mavic EX 325 32H / FR disc rim

Ich habe mich bei einer Körpergröße von 185cm für die „long“ Version des Rahmens entschieden. Dabei sollte jeder selbst entscheiden welche Oberrohrlänge für ihn die bessere ist. Den Radstand kann man beim Scott noch über die verschiedenen Ausfallenden verändert werden. Das FR wird mit den kürzeren geliefert kann aber mit den längeren auf einen Radstand von maximal 1175cm verändert werden.

Will man z.B. einen kurzen Rahmen, dann nimmt man die kurze Oberrohrlänge und kann dann die längeren Ausfallenden montieren. Der Wechsel ist nach Ausbau des Hinterrads sehr einfach über jeweils 3 Schrauben pro Seite.

Aber kommen wir zu den verbauten Teilen. Im Modelljahr 2009 wurde die Totem Coil verbaut. Die Gabel war bis zum aktuellen Modellwechsel 2010 schon super und ich bin gespannt wie es sich 2010 mit dem neuen Totem verhalten wird. Sie spricht super soft an und lässt sich über die Kompression und Reboundknöpfe perfekt einstellen. Mit der standard Feder ist die Gabel für einen Fahrer mit 79-83kg so geliefert, dass ich es bisher auch bei großen Drops nicht geschafft habe an den Endanschlag zu kommen. Im Modelljahr 2010 ist neue Kompression und Modtiongateeinheit aus der Boxxer verbaut und soll noch einmal verbessert worden sein.

Der als Dämpfer verbaute VIVID Dämpfer, ebenfalls von Rock Shox, ist eine interessante Alternative zu den sonst meist verwendeten Dämpfern von Fox.  Mit einer Einbaulänge von 241mm und 76mm Hub mit einem guten Übersetzungsverhältnis für die Federwege 190 – 210mm. Allerdings steht bereits in der Beschreibung, dass man eine Feder mit 350 Härte verwenden sollte wenn man den Federweg auf 190mm reduziert. Scott verbaut beim Rahmengröße L eine 400 Feder.

Ansonsten ist der Vivid Dämpfer recht interessant was die Einstellung angeht. Es gibt neben dem Reboundrädchen und die Möglichkeit „beginning“ und „ending“ Strock einzustellen. Alle Einstellrädchen sind sehr gut zugänglich und auch mit dem nötigen Inbusschlüssel zu erreichen.

Will man den Federweg verändern, kein Problem, selbst auf dem Trail ist dafür ein einziger Inbusschlüssel nötig. An der gut zugänglichen Wippe wird die geschraubte Achse entfernt und in einer andern der 3 Positionen wieder eingesetzt, toll ist, dass sich durch Änderung des Federwegs keine Änderung der Geometrie ergibt. Der einzige Wehrmutstropfen ist in diesem Zusammenhang die hohe Passgenauigkeit von Wippe und Dämpferbuchsen. Man muss genau schauen das die Buchsen gerade in der Wippe sitzen, sonst verkantet sich der Dämpfer und man kann die Achse nicht einsetzen, ebenfalls verliert man grundsätzlich etwas Lack auf der Innenseite der Wippe.

Für mich etwas störend, allerdings ist Scott sehr kulant wenn man fragt ob man etwas Farbe nachbekommen möchte.

Zusätzlich liefert Scott MX Folie mit um die Lackierung vor Kratzern durch Schoner an den Seiten und Steinschlag auf der Unterseite zu schützen (sollten mehr Hersteller dran denken!!!)

Nun aber zu den Fahreigenschaften und wie viel Spaß mach das Bike wenn man unterwegs ist.

Das Bike lässt sich trotz des nicht super geringen Gewichtes gut beschleunigen. Allerdings sackt die Totem sowie der Vivid Dämpfer beim Wiegetritt sehr stark ein. Über die vielen Klicks der Gabel und die Kompression am Dämpfer lässt sich dies aber mit etwas Einstellarbeit minimieren.

Bereits beim ersten Aufsitzen merkt man das man auf einem Bike sitzt, dass fürs Grobe konstruiert worden ist. In vielen Magazinen wird über das Benzintank ähnliche Oberrohr gesprochen und es ist wirklich mal was ganz anders als z.B. ein Nicolairahmen. Durch diese spezielle Form des Steuerrohrbereiches ist es allerdings gelungen trotz des breiten Rohrsatz einen sehr großen Lenkeinschalg für Doppelbrücken zu ermöglichen. Hinzu kommt, dass man von diesen riesigen Rohren nicht störend merkt wenn man unterwegs ist, die Schrittfreiheit ist ebenfalls sehr gut.

Man sitzt zentral im Bike und bekommt so einen tiefen Schwerpunkt und kann somit nicht nur in den Kurven die Finger von der Bremse lassen, sondern auch in der Luft ohne weiteres einiges riskieren ohne das das Gambler unruhig wird.

Es fliegt so gut, dass man den ein oder anderen X-up machen kann wo man mit anderen BigBikes nur so drüber fliegt.

Weitere Infos gibts im Laufe des Sommers!

Herstellerinfos: Scott