Specialized SX Trail I 2009

Specialized SX Trail I 2009

Spezifikationen (von www.specialized.com):

RAHMEN: SX Trail M5 Premium Aluminum frame, ORE TT/DT, forged HT, low center of gravity design, full cartridge bearing pivots, ISCG mount, replaceable derailleur hanger, derailleur guard, 170mm travel
FEDERBEIN: Fox DHX 4.0 coil 7.875×2.25", rebound adj. and ProPedal, S; 500, M: 550, L: 600 springs
GABEL: RockShox Domain 318 coil spring. 160mm, adj comp and reb, 1 1/8 to 1.5" tapered alloy steerer
STEUERSATZ: 1-1/8" to 1.5" Threadless, alloy, cartridge bearing
VORBAU: Specialized Aggro stem, 35mm extension, OS 31.8, 4-bolt, forged
LENKER: Specialized Enduro mid rise bar, 6066 alloy, 31.8mm, 6 degree up, 9 degree backsweep, 660mm wide
VORDERRADBREMSE: Custom Avid Elixir R, hydraulic disc, reach adjust, metallic pads, 203mm rotor
HINTERRADBREMSE: Custom Avid Elixir R, hydraulic disc, reach adjust, metallic pads, 185mm rotor
UMWERFER: Shimano M660 SLX, DMD, top swing, dual pull
SCHALTWERK: SRAM X-9, 9-speed, mid cage
SCHALTHEBEL: SRAM X-5, trigger, 9-speed
KASSETTE: Shimano HG61, 9-speed, 11-34t
KURBELSATZ: Truvativ Stylo, 170mm, w/ Gamut Shift chain guide
KETTENBLÄTTER: 24A x 36A w/ Gamut guard
FELGEN: Custom DT Swiss F550, 30mm, 32h
REIFEN: Specialized Clutch SX 26×2.3", 60 TPI, aramid bead, cap ply, soft dual compound
SATTEL: Specialized Enduro, 8mm Cr-Mo rails, SL foam
SATTELSTÜTZE: 6061 alloy, black, 30.9 x 300mm
SATTELSTÜTZKLEMME: 7050 hard annodized alloy collar w/ QR, 34.9mm clamp ID, black

Veränderungen am Bike:
-Direkt (Dezember 2008): Werkspedale durch Shimano DX Flat Pedale ersetzt
-Frühjahr 2009: Reifen (Chunder bzw. Clutch) durch Continental Rubber Queen 2,4“ ersetzt (Begründung: siehe „Material im Test“: 12. Reifen)
-Mitte Juli 2009: Specialized Enduro Lenker (660 mm) durch Nox Crook Lenker (710 mm) ersetzt
-Ende September 2009: „Rock Shox Domain 318 2009“ (160mm) durch „Marzocchi 66 ATA 2009“ ersetzt, Steuersatz ist nun ein 1 1/8“ NC-17 Imperator SPro.

Das SX Trail ist mein erstes Bike in dieser Klasse. Vorher bin ich CC Bikes gefahren und habe auch nur Fahrräder dieser Art als Vergleichsmöglichkeit.
Daher war mein erster Eindruck, als ich es neu bekam, natürlich entsprechend überwältigend aufgrund der Robustheit, der Schwere und des satten Federwegs. Aber dies hat sich jetzt alles relativiert und ich denke, dass ich nun bereit bin, um zumindest einen halbwegs sinnvollen, aber natürlich immer noch subjektiven Test über das Bike zu verfassen.
Mein SX wird als Enduro benutzt. Ich fahre damit sowohl Forstautobahnen, Singletrails, unsere Hausstrecke als auch im Bikepark. Also als tatsächlichen Freerider, mit dem man alles anstellen kann. Und da macht es auch eine sehr gute Figur. Dank der neuen Reifen kann man damit auch durchaus längere Touren fahren (früher Chunder, jetzt Rubber Queen). Bei der Langstrecken- Geradeaus-geschwindigkeit kann man zwar nicht mit einem CC Bike mithalten, aber gemütliches Touren ist möglich. Die Standardsattelstütze ist für mich (1,87m mit Rahmengröße L) etwas zu kurz. Die Beine können nicht optimal durchgestreckt werden. Daher habe ich mir auch schon eine zweite Sattelstütze und einen zweiten Sattel bestellt, die ich dann zum Touren benutzen werde. Die Standardsattelstütze kann man nun 2009 dank durchgehendem Sattelrohr komplett versenken, was für Sprünge natürlich vorteilhaft ist.
Das Bike ist sehr wendig und lässt sich gut beschleunigen. Der Schwerpunkt ist durch das Hydroforming und den niedrigen Dämpfereinbau tiefer als beim 08er SX Trail. Es fährt sich verspielt und ist handlich. Nur die Gabel kann da nicht ganz mithalten, weswegen sie durch eine 2009er 66 ATA ersetzt wird. Ansonsten verleitet das Bike zum Springen und angeblich auch zum Tricksen. Aber um das mit dem Tricksen zu üben, muss ich erstmal das Springen beherrschen…

Über das Aussehen des Rahmens kann man sich streiten. Ich find es Klasse, mit diesen geschwungenen Rohren. Wirkt auf mich sehr stimmig. Wobei ich zugeben muss, dass mir das SX Trail auch nur in Rahmengröße „L“ zusagt. Der „S“ Rahmen hat ein sehr gebogenes Oberrohr, und das ist dann zuviel des Guten. Auch die Tribals auf dem Rahmen und das kleine Bäumchen auf dem Vorbau, die roten Felgen mit den Blumenranken-Stickern. Das passt schon ganz gut zusammen.
Aber wo wir grade bei den Felgen sind: Wirklich robust sind die „DT Swiss F550“ nicht. Nach einem Bikeparkbesuch mit Sturz war ein Schlag in der hinteren Felge. Konnte aber wieder gerichtet werden. Ein paar Wochen später ein Umfaller aus dem Stand im Anlieger und schon wieder ein Schlag, diesmal aber im Vorderrad. Auch richtbar, aber irgendwie machen die Felgen seit dem einen recht weichen Eindruck auf mich. In verschiedenen Foren konnte ich lesen, dass diese auch eher Endurofelgen sein sollen. Wobei mich das gewundert hat, denn diese Felgen sind ebenfalls bei den „Demo´s“ verbaut und das sind nun mal Downhill-bikes. Meiner Einschätzung nach eine falsche Komponentenwahl von Specialized.

Der Hinterbau ist 2009 asymmetrisch. Daher muss das Hinterrad auch 6mm versetzt eingespeicht werden. Diese Asymmetrie hat zur Folge, dass die rechte Kettenstrebe weiter raus steht. Ich habe zwar noch von niemandem gelesen, dass er das gleiche Problem hat, aber ich habe nun im Laufe der Zeit mit meiner Ferse die Lackschicht der oberen rechten Kettenstrebe abgewetzt. Ich denke aber, dass das nur an meinen Schuhen lag, die hinten recht breit waren. Aber da der Lack auch wie das Aluminium silberfarben ist, fällt dies nicht sonderlich auf. Auch sonst scheint der Lack nicht der Beste zu sein. Am oberen Ende des Sattelrohrs, wo die Klemme drum sitzt, ist eine kleine Ecke Lack abgeplatzt. Ansonsten sind bisher keine Lackschäden zu finden.

Der Lenker war eindeutig zu schmal. Da musste ein neuer her, der mir mehr Kontrolle über das Bike gibt.

Die Gabel (Domain 318) ist mir bis heute ein Rätsel geblieben. Entweder war sie zu hart eingestellt und federte kaum, oder sie war zu weich und schlug bei jedem Hubbel durch. Außerdem wollte ich noch mehr Federweg. So entschied ich mich aufgrund eines außerordentlich guten Preisangebots für eine Marzocchi 66 ATA mit 180mm Federweg. Die musste natürlich eingefahren werden und spricht nun, nachdem die anfängliche Zähigkeit verschwunden ist, auf jeden Fall schon mal besser an, als die Domain. Auch den Federweg kann sie komplett nutzen. Bei den alten 66 ata´s gab es schon häufiger Probleme damit, dass die Gabel auch bei komplettem Ablassen aller Kammern nicht ganz komprimiert werden konnte. Bei meiner Gabel zumindest geht das. Aber trotzdem habe ich ein Problem, dass nach dem absenken manchmal das Problem auftritt, dass man die Gabel nicht wieder auf 180mm hochschrauben kann, sondern sie sich sogar auf maximal 100mm absenkt. Ist aber mit ein bisschen Pumpaufwand wieder hinzukriegen. Trotzdem werde ich sie demnächst mal einschicken.

Beim Gabelumbau ist das „tapered“ also das konische Steuerrohr zu beachten. Oben 1 1/8“ und unten 1,5“. Die Domain sowie die Fox 36 im SX Trail II haben einen konischen Schaft. Meine 66 hat einen  1 1/8“  Schaft. Um das Problem zu lösen gibt es 3 Möglichkeiten: 1. Einen Reduziersteuersatz kaufen, kostet ca. 150€. 2. Einen Steuerrohrreduzierer einpressen lassen, in den dann wiederum ein 1 1/8“ Steuersatz eingepresst werden kann, kostete in meinem Fall 100 € (20€ Reduzierer, 80 € Steuersatz) oder 3. den tollen Adapter von Specialized, den ich absolut nicht empfehlen kann, da dort nur ein normales Kugellager eingelegt wird, was nicht 100%ig passt und wodurch es zu Knackgeräuschen kommen kann. Kostet zwar nur 20€, aber ist wirklich nicht zu empfehlen.

Die Bremsen haben eine gute Verzögerung, quietschen allerdings bei Nässe recht stark was aber mit anderen Belägen evtl. behoben werden kann. Was mich stört ist allerdings die fehlende Druckpunkteinstellung. Man kann lediglich die Hebelweite einstellen.

Fazit:
Also insgesamt bin ich mit dem Fahrrad sehr zufrieden. Es sieht gut aus, fährt sich gut, springt gut, ist Tourentauglich aber kann auch im Park mithalten. Ein echtes Allroundtalent. Nur die kleinen Macken der Komponenten stören die Perfektion des Rades ein wenig. Für jeden der noch irgendwo einen Rahmen ergattern kann, kann ich nur empfehlen: Bau dir selbst ein Rad nach deinen Wünschen auf. Dann wirst du auch nicht von minderwertigen Komponenten enttäuscht, die du sowieso über kurz oder lang ersetzen wirst.

Text und Bild von Oliver Höcker