Hier geht es um den Steuersatz

Hier geht es um den Steuersatz

Wie kiregt man den "alten" raus und den "neuen" wieder rein

? !

Bei mir war es mal wieder soweit: Ein neuer Steuersatz musste her !

Der Vorbesitzer meines Rocky Mountain Flow DJ Bikes hatte einen Cane Creek eingebaut, der sich leider mittlerweile durch Knacken bei seitlicher Belastung bemerkbar machte.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Steuersatz zu wechseln. Ich möchte mich hier auf eine vielleicht zwei beschränken, mit denen ich immer erfolgreich war.

Aus verständlichen Gründe kann ich keine Garantie oder Verantwortung dafür übernehmen, dass alles einwandfrei und reibungslos beim Umbau bei euch läuft. Es soll sich hier auch eher um einen Bericht als eine Anleitung handeln.

Bevor man mit dem Steuersatzwechsel beginnt, ist es wichtig das nötige Werkzeug und die Fette griffbereit zu haben.

Materialien:

Fahrrad

Inbusschlüssel 4-6mm

Hammer

Vierkant

Holz oder Metallrohr (Innendurchmesser ca.1 1/8 Zoll)

Gewebeband

verschiedene Schlitz-Schraubenzieher

Gabelfett

Auspresswerkzeug (Profi)

langer Metalldorn

oder dünnes Alurohr

Einpresswerkzeug (Profil) "sehr zu empfehlen"

gehobelte Dachlatte (10-20cm) + Gummihammer

Bei mir war es so, dass bevor der neue Steuersatz eingesetzt werden konnte, der alte aus dem Rahmen entfernt werden musste.

Dank meines Freundes „Rufus“, der einen Großteil der Werkzeuge einer gut sortierten Fahrwerkstatt besitzt, konnte ich zum Auspressen ein entsprechendes Auspresswerktool verwenden.

Ansonsten bleibt nur noch die Methode mit einem Metalldorn oder einem Alurohr, das so dünn ist, dass es durch die obere Lagerschale passt, zu arbeiten. Beide Wege verlangen aber Geduld und ein gewisses Geschick.

Man muss sehr vorsichtig sein, um die Lagerschalen nicht zu beschädigen oder Spuren im Steuerrohr zu hinterlassen.

Mit dem Auspresstool ging das Ganze recht schnell von statten. Auf Grund der sich von innen rundherum auf die Lagerschale legenden Fortsätze ließ sich mit 2-5 gezielten Hammerschlägen jede der beiden Lagerschalen entfernen. Mit einem Alurohr ist es deutlich aufwändiger. Man darf nicht zu fest zuschlagen, da sich sonst die Lagerschale verkanten könnte. Man müsste langsam, immer wieder rundherum laufend die Schalen vorsichtig heraus klopfen.

Nachdem nun das Steuerrohr frei ist, sollte man einmal mit einem Lappen durchwischen, damit eventuelle Steinchen, Metallspäne oder altes Fett entfernt werden.

Danach muss neues Fett rein! Ungefähr die Einpresstiefe mit Fett eingeschmiert, erleichtert das Einpressen der neuen Lagerschalen enorm.

Mit dem Profiwerkzeug (Einpresstool) werden sowohl die obere als auch die untere Lagerschale gleichzeitig eingepresst.

Auf die eine Seite des Werkzeugs wird die obere Lagerschale aufgelegt (siehe Bild).

Danach führt man das Werkzeug von oben nach unten durch das Steuerrohr. Unten schaut nun das freie Gewinde heraus. Untere Lagerschale plus Werkzeuggegenstück drauf und langsam zusammenschrauben. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass die Lagerschalen gerade/plan auf dem Steuerrohr aufliegen, damit sie sich nicht beim Einpressen verkeilen !!!

Ich habe extra drauf geachtet, dass das Logo am Steuersatz nach vorn zeigt!!!

Langsam drücke ich durch Drehen an der Gewindestange die Schalen ins Steuerrohr bis ich sie komplett eingepresst habe.

Bei der Methode ohne Einpresstool bzw. was ich bei meinem 1,5 Zoll Steuersatz machen musste, weil dafür das Profiwerkzeug nicht ausgelegt ist, war eine gehobelte Dachlatte oder ein anderes gerades Brett und einen Gummihammer zu bemühen.

Dabei brauchte ich 2 weitere Hände, denn die Lagerschale gerade auf dem Steuerrohr auszurichten und gleichzeitig Brett drauf und zuschlagen, ist nicht zu koordinieren. Bei mir hat sich die Lagerschale mehrfach verkantet. Das ist bei dieser Methode die Hauptgefahr.

Also immer schön vorsichtig! Sollte sich die Schale nur ganz leicht schräg stellen, habe ich sie mit leichtem Klopfen auf der herausstehenden Seite gerade rein bekommen.

Wem das an dieser Stelle zu heikel ist, der sollte zum Einpressen vielleicht doch lieber die Zweiradwerkstatt seines Vertrauens aufsuchen.

Mit diesen Schritten ist der Teil, der den Rahmen betrifft, erledigt.

Jetzt widmen wir uns der Gabel.

Auch bei der Gabel hat man entweder das Glück und es sitzt noch kein Gabelkonus vom Steuersatz drauf oder man muss den alten erst wieder herunter bekommen.

Bei mir war es so, dass der alte runter musste. Zwar wollte ich den Steuersatz nicht weiter verwenden, aber dennoch muss man vorsichtig sein, damit man sich die Gabelkrone nicht beschädigt. Wenn man einfach mit dem Schraubendreher ran geht, kann es sehr schnell sein, dass man den Lack von der Gabelkrone kratzt oder wenn man einseitig versucht, den Konus herunter zu bekommen, er sich dabei verbiegt. Bei meinem Chris King war das leider der Fall. Für 15 Euro bekommt man einen neuen, aber um sich den Ärger zu ersparen, habe ich mir dieses Mal mehr Zeit gelassen und versucht, es mit Gefühl zu machen.

Auf den Bildern kann man erkennen, dass ich an dieser Stelle das Gewebeband verwende. Wenn man das doppelt legt, dann ist es so dick, dass es als Schutz der Gabelkrone dient, wenn man mit dem Schraubendreher langsam rundherum versucht, den Konus los zu klopfen.

Ich musste 3-mal rum bis der Konus endlich los war. Dafür aber gerade und die Gabel hat auch keinen Kratzer abbekommen.

Jetzt muss noch der neue Konus auf den Gabelschaft rauf. Schaut ihn euch genau an, ich habe auch schon mal einen falsch herum drauf gemacht. Ist dann etwas ärgerlich, den wieder runter zu bekommen. Daher genau hinsehen.

Fettet den Teil des Gabelschaftes direkt über der Gabelkrone etwas ein. Dann den Konus drauf. Wenn er gerade sitzt, kommt das Kantholz oder das Metallrohr zum Einsatz.

An dieser Stelle bin ich dann etwas rückständig. Kein Werkzeug, sondern bei mir reicht ein altes Stück Holz. Mit dem Rohr ist es etwas einfacher.

Mit

dem passenden Durchmesser passt das Rohr gerade über den Gabelschaft und liegt auf dem Konus auf. Damit wird der Konus gleichmäßig fest geklopft.

Sollte sich nichts tun, dann federt die Gabel zu gut. Am besten die Gabel mit der Gabelkrone auf eine feste Unterlage, einen Holzpfosten, einen Stuhl oder Tisch. Ich habe darauf geachtet, dass die Gabel nicht auf den Boden kommt, da man sich sonst die unteren Einstellknöpfe beschädigen könnte.

Ich mit meinem Holzklotz muss beim Festklopfen des Konus einfach immer wieder die Seite wechseln bis der Konus ganz unten auf der Gabelkrone aufliegt. Wenn man mit kurzen schnellen Schlägen arbeitet, ändert sich das Geräusch, wenn der Konus fest ist und aufliegt.

Jetzt noch ordentlich Fett auf den Konus und auch oben nicht vergessen, damit der Steuersatz staub- und wasserdicht ist!

Den Gabelschaft durch das Steuerrohr schieben, den oberen Konus und den Kompressionsring auflegen, vielleicht die zweite Gabelbrücke und dann mit Spacern soweit ausgleichen, dass man die Abschlusskappe mit dem Vorbau aufsetzen kann, und den Steuersatz festziehen.