Ölwechsel bei einer Marzochhi RC2X VA

Ölwechsel bei einer Marzochhi RC2X VA

Eigentlich ist der Ölwechsel ja etwas, das man mindestens einmal im Jahr machen sollte. Ich muss zugeben, ich mach es wahrscheinlich immer noch zu selten, wobei es eigentlich gar nicht mal schwer ist. Man muss sich nur vorher über das notwendige Werkzeug informieren und ein paar Daten im Internet recherchieren.

Für den Ölwechsel bei der 888 war es etwas kompliziert, die passende Schlüsselgröße zu bekommen. Die Schraube zum Öffnen der Gabel am oberen Ende hat ein 15er Maß. Allerdings rate ich davon ab, dafür den normalen Maulschlüssel zu nehmen, weil beim Zusammenbau hier bestimmte Drehmomente eingehalten werden müssen, und dafür braucht man den Drehmomentschlüssel. Schaut also, wo ihr einen solchen Knarrenaufsatz bekommt.

Ansonsten brauchte ich neben des erwähnten Drehmomentschlüssels, eine gewisse Auswahl an Inbusschlüsseln, eine Wanne für das alte Öl und neues Gabelöl.

Nachdem erst die kleinen schwarzen Einstellrädchen gelöst worden sind und ich die kleine Kugel nicht verloren hatte, mussten die roten Kappen zur  Einstellung der Federvorspannung entfernt werden. Ich habe sie vorher so gedreht, dass die Federn nicht mehr gespannt waren.

Wenn die Kappen dann ab sind, ist man an der Stelle, an der man den 15er Schlüssel braucht. Vorsicht: Wenn die Standrohre geöffnet werden, läuft sehr schnell das Öl heraus. Also habe ich die Gabel beim Abschrauben senkrecht stehen lassen und sie dann langsam in eine Wanne kippen und leer laufen lassen.

Wenn man nur das Öl wechseln möchte, kann man an dieser Stelle bereits die richtige Menge wieder einfüllen und die Schritte rückwärts gehen, um die Gabel wieder zusammen zu setzen. Allerdings muss auf jeden Fall drauf geachtet werden, dass die richtige Menge Öl nachgefüllt wird, und die richtigen Drehmomente benutzt werden. (Dafür findet man die Werte auf der Marzocchi Homepage)

Mich störten aber gleich noch zwei weitere Dinge an der Gabel. Als Erstes wollte ich, wenn ich schon die Gabel zerlege, auch gleich die Dichtungen zwischen Stand- und Tauchrohr reinigen und die Buchsen schmieren. Als Zweites störte mich das klappernde Geräusch der Gabel beim Ein- und Ausfedern. In einem Bikeshop hat man mir gesagt, dass man das Geräusch wegbekommt, wenn man die Feder, die beim Zusammendrücken an die Innenwände stößt (also eigentlich nichts Schlimmes) mit einer Art Schrumpfschlauch  überzieht. Im Internet steht, dass man das an 2-3 Stellen tun soll, um das Klappern abzustellen. Ich war mir aber nicht sicher, in wie weit sich damit die Federcharakteristik ändert, bzw. wo ich den passenden Schlauch bekomme. Deshalb habe ich mich damit abgefunden und etwas an der Abstimmung gefeilt, wodurch das Klappern deutlich nachgelassen hat.

Nachdem die Gabel leer war, konnte ich die Tauchrohre ganz einfach nach oben aus den Standrohren herausziehen.

Alles ordentlich sauber wischen und wieder mit einem geeigneten Gabelfett einschmieren, damit kein Dreck beim nächsten Ausritt eindringt.

Damit war für mich alles erledigt und ich habe mit dem Zusammenbau begonnen. Ich musste die Federringe der Staubabweiser für den Zusammenbau abnehmen, weil die Standrohre nicht so recht rein wollten.

Nachdem die Rohre wieder zusammen waren und ich mir sich war, dass alles dicht war, habe ich begonnen, rechts und links die jeweils abgemessene Menge Öl einzufüllen. Dort ist Genauigkeit gefragt, denn zu viel Öl führt zu zu hohem Druck und zu wenig Öl verschlechtert die Dämpfung und kann zu Beschädigungen führen. (Die richtigen Werte habe ich auf der Marzocchi Homepage unter folgendem Link gefunden).

So: Öl ist drin, dann Deckel drauf und mit dem passenden Drehmoment anziehen. Die Vorspannungsrädchen und die schwarzen Einstellschrauben drauf, dann ist die Gabel fertig.